Flughafen Tempelhof Impressionen

In diesem Blog habe ich mich viele Jahre lang mit einer großen Industriebrache in Deutschland beschäftigt und viele Tage und Nächte dort verbracht: dem Quelle-Areal in Nürnberg. Mehr oder weniger zeitgleich gab es immer auch die andere große Brache in Deutschland: den Flughafen Tempelhof mitten in Berlin. Da das alte Quelle-Versandhaus, das jetzt wirklich umgebaut wird, in der Zeit des Leerstandes vor meiner Haustür lag und Berlin für mich eine ferne Großstadt war, stand Tempelhof nie im Fokus und ich war nur ab und zu da und habe nach Parallelen gesucht, die es durchaus gab.

Auf der Liste stand also schon länger, das ich irgendwann mal durch den alten Flughafen strolchen wollte. Wohlwissend, dass dieser eigentlich nicht mehr so wirklich leer ist. Gefühlt ist dort mittlerweile richtig viel los. So richtig leer und ungenutzt ist das Areal nicht. Auf dem Flugfeld ist sowieso immer was los und von Partys, Messen, Ausstellungen, internationalen Filmdrehs bis hin zu Büros und Gewerbe hat sich mittlerweile alles Mögliche in den weitläufigen Gebäuden angesiedelt. Eigentlich so, wie man es mit der Quelle schon lange vorhatte, aber dort nie so richtig in Schwung kam.

Kurz zur Geschichte: Der Flughafen Tempelhof in Berlin ist ein historisches Gebäude mit einer reichen Vergangenheit, das als bedeutender Flughafen in Deutschland diente. Er war einst der größte Flughafen in Europa und ein Drehkreuz für viele Fluggesellschaften, darunter Pan Am und British European Airways. Der Flughafen wurde 2008 geschlossen, aber das Gebäude ist erhalten geblieben und ist ein beeindruckendes architektonisches Bauwerk, das für seine monumentalen Gebäude und weiten Freiflächen bekannt ist. Es ist eines der längsten Gebäude Europas und ein Symbol für die wilde Geschichte Berlins ab der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Im Rahmen einer privaten Führung mit einer kleinen Gruppen an Fotonerds und großem Schlüsselbund für die vielen Türen konnten wir uns ein paar Stunden in Tempelhof austoben, viele Bereiche erkunden und viel über die Geschichte erfahren. Für meine Kamera und mich waren die alten Abfertigungsbereiche und der Bereich unter dem einzigartigen Vordach, unter dem die Flugzeuge fürs Boarding geparkt wurden, am fotografisch spannendsten und sollen auch in diesem Beitrag festgehalten werden. Interessant war auch, dass es weitläufige und auch tiefe Bunker unter dem Flughafen gibt, die teilweise gut erhalten, im Fall des Filmbunkers aber auch komplett ausgebrannt sind.

Gönnt euch eine der vielen Touren und Veranstaltungen auf und in Tempelhof. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sich etwas Altes und Starres in etwas Neues und Wildes verwandeln kann.

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